Am vergangenen Wochenende des 9. und 10. April 2022 fand der Landesparteitag der Brandenburger Alternative für Deutschland wie geplant in Prenzlau statt. Die Uckermarkhalle als Veranstaltungsort mit bis zu ca. 540 anwesenden Mitgliedern war gut gefüllt. Corona-Hygienemaßnahmen waren nicht mehr nötig geworden, sodass alle trotz Konzentration auf die Sache entspannt sein konnten. Wenn der Rundfunk Berlin-Brandenburg bereits am 10.04.2022 ab 18.50 Uhr resümierte: „Wenig offener Streit auf dem Parteitag“, hatte er sachlich sicher recht, gab aber auch eine Enttäuschung preis. Denn, Krach und Streit in der AfD sind immer ein beliebtes und willkommenes Thema der öffentlich-rechtlichen Medien, um zu diffamieren. Dieses Mal leider Fehlanzeige!

Die AfD ist „erwachsener“ geworden. Das stellte man als Teilnehmer des Landesparteitages auch daran fest, dass einige Bewerber seit Gründung in 2013 oder 2014 sich um Funktionen bewarben, aber auch viele neuere Mitglieder zur Partei gefunden haben. Besonders eindrucksvoll war Letzteres an der Mitgliederentwicklung im Kreisverband Uckermark der AfD zu beweisen, da es seit bescheidenen Anfängen kontinuierlich mit der Mitgliederzahl bergauf ging. Andere Kreisverbände, wie u.a. Oder-Spree mussten leichte Abstriche bei der Mitgliederentwicklung verzeichnen, weil der Euphorie oder Hochgefühls des Anfangs die Mühsal der Ebene in der Parteiarbeit folgten. Einige, die heute nicht mehr dabei sind, hatten zudem auch mehr ihre persönliche Karriere als die Ziele der AfD und die Bürgerinteressen im Auge. Auch das gehört zur Wahrheit.

Umso erfreulicher, dass heute – eben auch im Kreisverband Oder-Spree – mit 81 Mitgliedern, dazu vielen Förderern und Wählern stabile Kräfte wirken.

Als großen persönlichen Erfolg kann es gelten, dass die Kreisvorsitzende Oder-Spree, Kathi Muxel, als Beisitzerin in den AfD-Landesvorstand gewählt wurde. Das kommt nicht von ungefähr, denn der Vorstand hat seit 2018/19 sich des Leistungsprinzips erinnert! Bewerben kann sich grundsätzlich jedes ordentliche Parteimitglied um eine der ehrenamtlichen Führungsaufgaben, aber ob er oder sie von den übrigen Mitgliedern gewählt wird, ist ganz etwas anderes.

Diese Position der Achtung des persönlichen Einsatzes und die Wertschätzung für nachweislich solide politische Arbeit sollten generell in der politischen Landschaft in Deutschland wieder sehr viel stärker in den Mittelpunkt der Wahlen und ihrer potenziellen Kandidaten treten. Dass dies aus Sicht der Wähler dringend nötig ist, sehen wir bis hinauf auf die Bundesebene und die Plätze auf der Regierungsbank.

Mit der Wahl der bisherigen stellvertretenden Landesvorsitzenden Brigit Bessin zur neuen Landesvorsitzende ist ebenfalls Leistung honoriert worden. Mit dem Bundestagsabgeordneten René Springer als einem der Stellvertreter kommen sicher neue Ideen und Schwung in die Landespartei, aber man wird sich neu finden müssen. Die wesentliche Aussage der Brandenburger AfD, den Programmkurs inhaltlich strikt zu verfolgen ist Mehrheitsmeinung. Ein Aufweichen der Programmatik zu einer Art „FDP 2.0“ ist absehbar keine Perspektive. Die Aussicht auf Koalitionsgespräche jedweder Art oder auf Sitz in Regierungslimousinen sind Fantasien.

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