Der Krieg zwischen der Ukraine und Russland ist ein Ereignis, das viele von uns Bürgern in Europa nicht mehr für möglich gehalten haben. Dennoch erinnern wir uns bitte daran, dass die Kriege auf dem Balkan nach dem Zerfall Jugoslawiens eben auch in Europa stattfanden; nur waren wir nicht unmittelbar im zivilen Bereich davon betroffen. Es waren aber auch über die NATO Deutsche beteiligt.

Nun ist das Staunen groß, dass unsere langjährig gesicherte Energieversorgung plötzlich vor völlig unerwarteten Problemen steht. Erinnern wir uns auch, dass noch zu Zeiten des Kalten Krieges sozusagen „unter der Mauer hindurch“ Erdgas strömte und Lieferungen zuverlässig erfolgten und die Rechnungen bezahlt wurden; trotz der gegenseitigen militärischen Bedrohung im Sinne des „Gleichgewichts des Schreckens“. Die Energieversorgung über die Systemgrenzen hinweg war sogar Ausdruck eines begrenzten Miteinanders und ein Schritt zum Wandel durch Annäherung. Letztlich konnte mit der Konferenz von Helsinki ein gewisser Anfang gesetzt werden, der den friedlichen Umgang miteinander über die Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) fest schrieb. Vertrauen nach Jahren des gegenseitigen Misstrauens gewann die Oberhand. Russland und die Vereinigten Staaten waren mit am Tisch und schlossen nach Jahren des mühsamen Verhandelns endlich mehrere bedeutende Abrüstungsabkommen, um endlich einander zu respektieren und den Frieden sicherer zu machen. Es ging bei gutem Willen!

Soll das nun alles unwiederbringlich vorbei sein?

Russlands Führung hat das Unerwartete getan und einen „heißen“ Krieg gegen seinen Nachbarn Ukraine begonnen, aber die Frage muss erlaubt sein: Warum?

Sind Jahre der guten Nachbarschaft und des Miteinander in Europa offenbar auch durch Deutschland endgültig vergessen und vorbei?

Alle Hilfe für das ukrainische Volk wird derzeit geleistet. Die Solidarität der Menschen ist bemerkenswert. Es ist auch ganz sicher richtig, sich über neue zukunftsträchtige Energiegewinnung Gedanken zu machen, die eine einseitige Abhängigkeit oder Erpressbarkeit verhindern, aber Frieren aus Solidarität ist keine gute Idee. Auch die Aussage vom FDP-Vorsitzenden Christian Lindner, erneuerbare Energien als „Freiheitsenergien“ zu bezeichnen, ist wohl übertrieben, wenn nicht gar lächerlich. Welche Freiheit haben wir, wenn kein Wind weht? Wir sollten alles daransetzen, dass auch mit Russland wieder normale Wirtschaftsbeziehungen möglich werden. Auch dieser entsetzliche neue Krieg muss wieder beendet werden!

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