Am 1.März 2022 titelte FOCUS Online: „Lob für Ukraine-Entscheidungen ‚Putin verliert Deutschland‘: So feiern die USA Deutschlands Aufrüstung“

Und weiter heißt es dort „geschichtsträchtiges Erwachen“, „göttliche Erleuchtung“, „historischer Wendepunkt“: US-Medien sind sich einig: Deutschlands Beschlüsse zu Waffenlieferungen an die Ukraine, zum Ende von Nord Stream 2 sowie zur Aufrüstung des eigenen Militärs lösen bei Linken und Konservativen“ (Anm: in den USA) „Bewunderung und Lob aus.“ So haben die Vereinigten Staaten von Amerika das erreicht, was sie schon lange ohne Umschweife wollten: Nord Stream 2 verhindern und Deutschland zu Waffenlieferungen in Krisengebiete bringen. Das ist nun geschafft. Der Druck auf den Bundeskanzler Olaf Scholz war wohl doch zu groß. Deutschland ist „umgefallen“. Die Grünen, die große Friedenspartei, deren Anfänge in der Friedensbewegung und in den Ostermärschen der späten 1970er und beginnenden 1980er Jahre liegen, haben nach Kräften mitgewirkt.

Einen Gedanken darauf zu verschwenden, dass es auch ein Russland nach einem Präsidenten Putin geben wird, scheint derzeit in der Bundesregierung und der EU völlig abwegig. Vorausschauende Politik sieht anders aus.

Wie oft haben wir alle, gerade auch hier im Osten Brandenburgs, angesichts der vielen alten Kriegsgräberstätten der Roten Armee und auch deutscher Soldaten vernommen, welche große historische Verantwortung Deutschland als Lehre zweier Weltkriege mit sich trage. Die größten „Mahner“ und Moralisten scheinen derzeit aber abgetaucht zu sein.

Lange wurde diese Verantwortung auch mit der Friedensbewegung in Ost und West demonstriert. Nicht genug, dass deutsche Waffenschmieden weltweit Rüstungsgüter liefern. Nun ist offenbar, dass das alles im konkreten Fall der Ukraine alles anders scheint.

Man könne sich nicht auf Dauer „raus halten“, heißt es von Seiten der Befürworter von Waffenlieferungen und Kriegseinsätzen. Nicht vergessen ist aber auch, dass die Aussage „Mehr Waffen haben noch nie mehr Frieden gebracht“ stimmt. Und es stimmt auch die Losung „Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“, die in der Friedensbewegung ab 1966 in den USA und weltweit populär wurde.

Heraus halten ist nicht Schwäche, sondern eine bemerkenswerte Stärke, wenn man selbst auf die eigene Verteidigungsfähigkeit vertrauen könnte. Die Schweiz und andere Länder leben gut damit.

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